Der Sternenhimmel im Mai 2022

Sobald es abends dunkel wird, findet man das Sternbild Jungfrau über dem Südhorizont. Ihr hellster Stern trägt den Namen Spica. Ein Stück weiter oben am Himmel funkelt Arktur, der hellste Stern im Sternbild Bootes, dem Rinderhirten. In südwestlicher Himmelsrichtung fällt Regulus im Löwen auf. Die drei Sterne Spica, Arktur und Regulus bilden zusammen das sogenannte Frühlingsdreieck. Etwas oberhalb des Frühlingsdreiecks findet man das blasse Sternbild Haar der Berenike. Zum Südosthorizont hin kündigt sich der Übergang vom Frühlings- zum Sommersternhimmel an. Knapp über dem südöstlichen Horizont geht der Skorpion auf.

Wer im Mai den abendlichen Sternenhimmel beobachtet, wird im Westen noch einige helle Sterne der Wintersternbilder ausmachen können; sie gehen aber bald unter. Am Osthimmel ziehen dagegen bereits die Sommersternbilder auf: Weit im Osten fällt Wega auf, der Hauptstern des Sternbildes Leier. Auf der Verbindungslinie zwischen den hellen Sternen Wega und Arktur nehmen der lichtschwache Herkules und das Halbrund der Nördlichen Krone ihre Plätze ein.

Am Morgen des 16. Mai taucht der Vollmond vollständig in den Kernschatten der Erde ein – es findet eine totale Mondfinsternis statt. Von Mitteleuropa aus gesehen geht der Mond allerdings zu Beginn der Totalität bereits unter. In den frühen Morgenstunden kann die partielle Phase der Mondfinsternis knapp über dem südwestlichen Horizont verfolgt werden.

Die Mondphasen im Mai 2022

Die Planeten im Mai 2022

Merkur beendet seine Abendsichtbarkeit, unter guten Bedingungen kann man ihn Anfang Mai noch in der nordwestlichen Abenddämmerung auffinden. Am 2.5. steht die dünne Mondsichel nicht weit von Merkur entfernt.

Venus bleibt im Mai der hellste Planet am Morgenhimmel, tief über dem Osthorizont. Am 27.5. begegnet ihr die schmale Sichel des abnehmenden Mondes in knapp einem Grad Abstand.

Mars baut seine Sichtbarkeit am Morgenhimmel aus und wird zunehmend heller. Am Morgen des 18.5. steht er ein gutes halbes Grad unterhalb von Neptun und am 29./30.5. passiert er in ähnlichem Abstand Jupiter.

Jupiter ist eine der Perlen in der morgendlichen Planetenkette und nach der tiefer stehenden Venus das hellste Objekt.

Saturn ist etwa so hell wie Mars, geht aber morgens deutlich früher auf. Planetenbeobachter mit Entzugserscheinungen können es so langsam wagen, die ersten Aufnahmen am frühen Morgen zu machen.

Uranus schrammt am 5.5. knapp unterhalb der Sonnenscheibe vorbei, was freilich niemand beobachten kann.

Neptun gibt den unsichtbaren Darsteller im morgendlichen Planetentheater. Die enge Begegnung mit Mars am 18.5. bleibt eher eine theoretische Betrachtung.

Quelle, VdS Sternfreunde.de

Der Sternenhimmel im April 2022

Unsere Sternkarte zeigt den gestirnten Himmel für 23 Uhr Sommerzeit. Dann wird der Sternenhimmel von den Frühlingssternbildern beherrscht. Genau in Südrichtung findet man jetzt das Sternbild Löwe, dessen Figur in der Tat an eine liegende Raubkatze erinnert. In südöstlicher Richtung sorgen zwei Lichter für Aufmerksamkeit: Spica, Hauptstern der Jungfrau, und höher am Himmel der orange Arktur im Sternbild Bootes. Arktur, Spica und Regulus spannen das sogenannte Frühlingsdreieck auf.

Der Große Wagen (ein Teil des Sternbildes Großer Bär) ist jetzt senkrecht über unseren Köpfen zu finden. Zwischen ihm und dem Löwen haben nur die unscheinbaren Sternbilder Kleiner LöweJagdhunde und das Haar der Berenike ihren Platz. Ähnlich verhält es sich mit dem Gebiet zwischen Löwe und Horizont: Hier schlängelt sich die lichtschwache Wasserschlange, der Sextant tritt kaum hervor, meist kann man nur Becher und Rabe aufgrund der prägnanten Formen erkennen.

Die Mondphasen im April 2022

Die Planeten im April 2022

Merkur schwingt sich Ende April zu seiner besten Abendsichtbarkeit des Jahres auf. Ab der Monatsmitte kann man ihn gegen 21 Uhr MESZ aufsuchen, um den 23.4. bieten sich in der Zeit um 21:30 Uhr die besten Sichtbarkeitsbedingungen. Erfahrene Beobachter können Merkur bis Anfang Mai am Abendhimmel verfolgen.

Venus ist auch im April der hellste Planet am östlichen Morgenhimmel, aber nicht der einzige. Rechts von ihr stehen Mars und Saturn, der Abstand zur Venus nimmt im Laufe des Monats deutlich zu. Ende April/Anfang Mai wird Venus nah an Jupiter vorbeiziehen.

Mars wird am Morgenhimmel zunehmend besser sichtbar. Am 5.4. läuft er knapp unterhalb von Saturn vorbei und am 25./26.4. steht der Mond unter den beiden Planeten.

Jupiter entfernt sich am Himmel wieder deutlich von der Sonne, der Riesenplanet taucht auch über dem östlichen Morgenhorizont auf. Am 30.4. treffen Jupiter und Venus in nur 15 Bogenminuten (eine halbe Vollmondbreite) Abstand aufeinander.

Saturn führt die morgendliche Planetenparade an. Am 5.4. steht Mars nur 19 Bogenminuten von Saturn entfernt.

Uranus ist nur in den ersten Apriltagen noch am Abendhimmel aufzufinden. Am 3.4. steht die schmale Sichel des zunehmenden Mondes in knapp einem Grad Abstand unterhalb von Uranus.

Neptun stand Mitte März zusammen mit der Sonne am Taghimmel und taucht im April nachts noch nicht wieder auf.

Quelle: VdS /Sternfreunde.de